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StudiVZ reloaded

Donnerstag, Februar 28, 2008

Jetzt also wird aus dem Duo StudiVZ und SchülerVZ mit MeinVZ , das heute an den Start geht, ein Dreiklang der sozialen Netzwerke aus dem Hause Holtzbrinck. Die jüngste Plattform richtet sich an alle, die dem Leben an der Uni entwachsen sind. Damit sie sich dabei nicht so alleine fühlen und die alten Kontakte aus Studientagen nicht abreißen, können StudiVZ-Mitglieder ihre Accounts mit MeinVZ verbinden oder gleich ganz wechseln. Und gegruschelt werden darf natürlich auch hier. Doch das Social Network StudiVZ hat in der Vergangenheit nicht nur für positive Schlagzeilen gesorgt.

Die Geschichte von StudiVZ ist noch recht jung: Im Oktober 2005 wurde es von Studenten nach dem Vorbild des US-Angebots Facebook gegründet. Schon im Folgejahr machte die Plattform nicht nur durch rasant wachsende Nutzerzahlen auf sich aufmerksam, sondern sorgte unter anderem wegen Sicherheitslücken, laxem Umgang mit der Privatsphäre seiner Mitglieder und einer geschmacklosen Partyeinladung des StudiVZ-Mitgründers Ehssan Dariani (die Don Alphonso dokumentiert hat) für viel Wirbel und Kritik.

Anfang 2007 übernahm schließlich der Holtzbrinck-Verlag StudiVZ für einen namhaften Betrag. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch der Welt hatte Konstantin Urban, der Geschäftsführer von Holtzbrinck Networks, gesagt, der Kaufpreis habe „über 50 Millionen Euro, aber deutlich unter 100 Millionen“ gelegen. Seither bemüht sich der Konzern, das Unternehmen profitabel zu machen. Im Februar 2007 ging mit SchülerVZ ein erster Ableger an den Start.

Im Dezember 2007 hatte StudiVZ mit einer Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die das Schalten nutzerbezogener Werbung aufgrund persönlicher Daten ermöglichen soll, erneut für negative Schlagzeilen gesorgt. Nach heftigen Protesten bemühte sich das Unternehmen um Schadensbegrenzung und verzichtete auf einige der ursprünglich geplanten Änderungen. Doch den Bundesverband der Verbraucherzentralen konnte StudiVZ damit nicht besänftigen: Der hat erst vor wenigen Tagen das Portal abgemahnt.

Ob das StudiVZ letztlich dazu bewegen wird, seinen Datenhunger zu zügeln, bleibt abzuwarten. Denn schließlich geht es ums Geschäft. Holtzbrinck will mit seinen in der Holtzbrinck Networks gebündelten Internetbeteiligungen (zu denen unter anderem der niederländische Internetshop bol.com, die Online-Partneragentur Parship und der Onlineshop buecher.de gehören) Geld verdienen und das Verlagshaus strategisch breiter aufstellen und fit für die Zukunft machen.

Dass man da an einem Erfolgsrezept – wie dem von StudiVZ mit derzeit fünf Millionen Mitgliedern und weiteren drei Millionen bei SchülerVZ, das sich nur noch in klingender Münze auszahlen muss – nicht nur festhält, sondern ausbaut, liegt auf der Hand. Ob man im Hause Holtzbrinck schon über weitere soziale Netzwerke nachdenkt, ist nicht überliefert. Einen Vorschlag hätt’ ich – völlig gratis: Wie wär’s denn als nächstes mit RentnerVZ?

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